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Weiterveräußerung von Tickets für UEFA Champions-League Finale steuerpflichtig

(Stand: 04.08.2020)

Der BFH entschied mit Urteil vom 29.10.2019, IX R 10/18, veröffentlicht am 02.04.2020, ob bei der Veräußerung von Tickets für das UEFA Champions-League Finale ein privates Veräußerungsgeschäft i. S. d. § 23 EStG vorliegt.

Der Kläger hatte über die offizielle UEFA-Website im April 2015 Tickets zugelost bekommen, wobei die Anschaffungskosten 330,00 € betrugen. Sie entschlossen sich jedoch die Tickets über eine Ticketplattform im Mai 2015 weiterzuverkaufen. Der erzielte Veräußerungserlös abzüglich Gebühren betrug 2.907,00 €.

Hier gingen die Kläger bei Erstellung der Einkommensteuer davon aus, dass dies ein steuerfreies Veräußerungsgeschäft ist, das Finanzamt erfasste jedoch sonstige Einkünfte aus privaten Veräußerungsgeschäften in Höhe von 2.577,00 €.

In erster Instanz gab das Finanzgericht der hiergegen gerichteten Klage des Steuerpflichtigen statt (FG Baden-Württemberg Urteil vom 02.03.2018, 5 K 2508/17, EFG 2018 S. 1167).

Dem widersprach der BFH jedoch in seinem Urteil und gab der Revision des Finanzamts statt:

Der BFH sieht hier in der Veräußerung der Tickets ein privates Veräußerungsgeschäft nach § 22 Nr. 2 i. V. m. § 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 EStG, welches der Einkommensteuer unterliegt.

Hier gehören auch „andere Wirtschaftsgüter“ des Privatvermögens, die innerhalb eines Jahres nach Anschaffung wieder veräußert werden. Hiervon ausgenommen sind lediglich Gegenstände des täglichen Gebrauchs (§ 23 Abs. 1 Satz 1 Nr. 2 Satz 2 EStG).

„Andere Wirtschaftsgüter“ sind somit sämtliche Vermögenswerte Vorteile, die der Steuerpflichtige gegen Entgelt erwirbt, somit auch UEFA Champions-League-Tickets, mit denen das verbriefte Recht auf Zutritt zum Fußballstadion erworben wird.

Laut Auffassung des BFH liegen hier insbesondere keine „Gegenstände des täglichen Gebrauchs“ vor.