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Steuergestaltungsmöglichkeiten vor dem Jahreswechsel 2017/2018 prüfen

(Stand: 04.12.2017)

Fahrtenbuch

Erscheint der Privatanteil für die Fahrten mit einem betrieblichen PKW nach der sogenannten 1 %-Methode zu hoch, sollte überprüft werden, ob ab 2018 die Führung eines Fahrtenbuches mit Ermittlung der tatsächlichen Privatfahrten nicht günstiger wäre. Dieser Wechsel ist für alle betrieblichen/beruflichen Fahrzeuge immer nur zu Beginn eines neuen Jahres oder beim Kauf eines neuen Fahrzeuges möglich. Das Fahrtenbuch muss für Berufs/Betriebsfahrten verschiedene Mindestangaben enthalten (Datum, Km-Stand zu Beginn und Ende jeder Fahrt - Reiseziel u. Route bei Umwegen – Reisezweck – aufgesuchte Geschäftspartner) und es muss zeitnah geführt werden. Für Privatfahrten genügen die jeweiligen KM-Angaben, bei Fahrten zwischen Wohnung und Arbeitsstätte genügen kurze Vermerke zu Entfernung und Anzahl der Fahrten. Sollte sich später herausstellen, dass die 1 %-Methode doch zu günstigeren Ergebnissen geführt hätte, dürfen diese Werte nachträglich in der Steuererklärung - trotz Fahrtenbuch - beansprucht werden!

Werbungskosten, Spenden, außergewöhnliche Belastungen

Für den Abzug all dieser Aufwendungen gelten grundsätzlich und nahezu ausnahmslos das sogen. Abflussprinzip (§ 11 EStG) und die Grundsätze der Abschnittsbesteuerung. Das bedeutet, dass die Aufwendungen grundsätzlich nur in dem Jahr abgezogen werden können, in dem sie geleistet, d. h. abgeflossen sind. Aus diesem Grund sollte überlegt werden, welche Ausgaben noch im abgelaufenen Jahr getätigt und auch bezahlt werden, um die bestmögliche steuerliche Wirkung im ablaufenden oder im neuen Jahr 2018 zu erzielen und z. B. Ausgaben in einem Jahr „zusammenzuballen“, damit sie nicht unterhalb verschiedener Pauschbeträge oder unterhalb der Grenzen der zumutbaren Eigenbelastung (nach § 33 EStG) liegen und damit steuerlich wirkungslos bleiben. Dies kann insbesondere z. B. bei außergewöhnlichen Belastungen von Bedeutung sein, wie ein durch den BFH am 12.07.2017 – Az. VI R 36/15 - entschiedener Einzelfall (ca. 166 T€ pflegebedingte Hausumbaukosten für mehrfachbehinderte Tochter!) zeigt. Die Bundesrichter ließen dabei weder die beantragte Verteilung dieser Kosten auf drei Kalenderjahre zu und auch keine sogen. Billigkeitsregelung nach § 163 AO, womit sämtliche Kosten allein dem Streitjahr 2011 zugerechnet wurden und dort weitgehend ohne steuerliche Auswirkung blieben. Und dies nur aus dem Grund, weil sie im Jahre 2011 geleistet wurden. Das Abflussprinzip gilt nach ausdrücklichem Hinweis des BFH auch dann, wenn die Kosten durch Fremdmittel finanziert werden. Für den Abzug ist allein der Abflusszeitpunkt der erhaltenen Darlehensmittel maßgebend. Auch für Brillen, Zahnersatzkosten und andere vergleichbare ärztlich verordnete Hilfsmittel ist der Zahlungszeitpunkt für diese Aufwendungen maßgebend.

Anschaffungsnahe Aufwendungen (bei Vermietungsobjekten)

Dabei ist zu prüfen, ob solche Aufwendungen auf die Zeit nach Ablauf von drei Jahren nach der Anschaffung eines Gebäudes verlegt werden können, weil die Zurechnung dieser Kosten zu den Anschaffungskosten (nur über Abschreibung abzugsfähig) unterbleiben kann, wenn diese bis dahin 15 % der Gebäudeanschaffungskosten nicht übersteigen. Sie können dann in voller Höhe als Werbungkosten (Erhaltungsaufwendungen) im (späteren) Abflusszeitpunkt abgezogen werden.

Grundsätzlich gilt für alle Steuergestaltungsmöglichkeiten, dass diese im Rahmen der gesetzlichen Grenzen zulässig und legal sind, weil es jedem erlaubt ist, seine Verhältnisse so zu gestalten, wie sie auch steuerlich am günstigsten sind.
Nur Missbrauchstatbestände nach § 42 der Abgabenordnung könnten dem bei genau definierten Extremverhältnissen entgegenstehen.