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Endgültiger Ausfall eines privaten Darlehens führt zu Verlust bei Kapitaleinkünften

(Stand: 22.08.2018)

Der insolvenzbedingte Ausfall einer privaten Darlehensforderung kann als Verlust bei den Einkünften aus Kapitalvermögen geltend gemacht werden, wenn und soweit er endgültig ist.
Das entschied der Bundesfinanzhof mit Urteil vom 24.10.2017, Az. VIII R 13/15.
Damit hat er sich der gegenteiligen Rechtsauffassung des Finanzgerichts Düsseldorf (Urteil v. 11.03.2015, Az. 7 K 3661/14 E) ausdrücklich nicht angeschlossen. Dieses wird (nach Zurückverweisung) im II. Rechtsgang nur noch entscheiden müssen, ob und inwieweit das Privatdarlehen im Streitjahr 2012 endgültig ausgefallen ist.

Dem Streitfall lag folgender wesentliche Sachverhalt zugrunde:
Der Kläger hatte mit Darlehensvertrag vom 12.08.2010 ein Privatdarlehen über 24.274 € bei 5 %-iger Verzinsung gewährt, das bereits ab 01.08.2011 nicht mehr zurückgezahlt werden konnte. Am 01.08.2012 wurde gegen den Darlehensschuldner ein Insolvenzverfahren eröffnet, bei dem der Kläger eine Restforderung von 19.338 € zur Insolvenztabelle anmeldete, die er auch als Verlust nach § 20 EStG geltend machen wollte. Finanzamt und Finanzgericht lehnten dies mit der Begründung ab, dass derartige Verluste seit Einführung der sogen. „Abgeltungssteuer“ nicht mehr berücksichtigt werden könnten.
So grundlegend und begrüßenswert diese BFH-Entscheidung auch ist, so bleibt doch auch abzuwarten, ob diese Auffassung auch für andere/steuerbare Verluste von Kapitalquellen im Kontext von Gesellschafterdarlehen , z. B. bei Finanzierungshilfen von Gesellschaftern für die Gesellschaft oder bei Auflösungsverlusten aus „unwesentlichen Beteiligungen“ gelten werden.