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Dauerstreitpunkt: Handwerkerkosten nach § 35 a Abs. 3 EStG  abzugsfähig?

(Stand: 11.04.2018)

Zu diesem Thema hat der Bundesfinanzhof (BFH) für das Jahr 2018 u. a. eine Entscheidung in der steuerlich bedeutsamen Frage angekündigt, ob für die Herstellungskosten einer Mischwasserleitung die entsprechenden Anteile für haushaltsnahe Handwerker-Lohnkosten in Betracht kommen (Az. VI R 18/16).

In einem ähnlich gelagerten Streitfall hatte das Finanzgericht (FG) Berlin-Brandenburg mit Urteil vom 25.10.2017 die vergleichbaren Kosten für den Ersatz einer unbefestigten Sandstraße durch eine asphaltierte Straße abgelehnt, jedoch die Revision zum BFH zugelassen, die nun bereits unter Az. VI R 50/17 dort anhängig ist.

Ebenso abgelehnt hatte das gleiche FG mit Urteil vom 07.11.2017 (Az. 6 K 6199/16) den Fall, dass in „engem zeitlichen Zusammenhang“ mit einer Neubauerrichtung nachträglich Kosten für den Außenputz, Pflasterungen von Einfahrt und Terrasse, Zaunanlagen und Rollrasen entstanden sind und die anteiligen Kosten als haushaltsnahe Handwerkerleistungen abgezogen werden sollten (solche Kosten hatte das Sächsische FG mit Urteil vom 23.03.2012, AZ 3 K 1388/10 schon einmal zum Abzug zugelassen). Dagegen wurde ebenfalls Revision eingelegt, die nun beim BFH unter Az. VI R 53/17 anhängig ist.

Deshalb ist bei vergleichbaren Sachverhalten anzuraten, gegen ablehnende Entscheidungen der Finanzämter Einspruch einzulegen und unter Bezugnahme auf die o. a. Verfahren das Ruhen der Verfahren zu beantragen (§ 363 Abs. 2 AO).

Hinzuweisen ist zu dieser Thematik auch noch, dass inzwischen zumindest geklärt ist, dass zu den begünstigten Arbeitskosten auch die Maschinen- und Fahrtkosten sowie die darauf entfallende Umsatzsteuer gehören.

Ungeklärt bleibt (bis zu Entscheidungen des BFH) jedoch weiterhin, ob diese Kosten auch im Schätzungsweg ermittelt werden dürfen, wenn sie in der erforderlichen Rechnung nicht separat ausgewiesen sind. Nicht übersehen sollte man dabei jedoch immer auch, ob diese Kosten durch Teilzahlungen auf die Folgejahre verschoben werden sollten, wenn die jährlichen Höchstbeträge von 6.000 € überschritten werden.